Erste Gondoliera in Venedig

Erste Gondoliera in Venedig
Erste Gondoliera in Venedig

Venedig, die Stadt der Liebe, ist bekannt für ihre jahrhundertealten Traditionen und Gebräuche, wie zum Beispiel für den Karneval in Venedig. Doch manchmal werden auch alte Traditionen über Bord geworfen und zeitgemäß den Veränderungen angepasst, die der Lauf der Zeit mit sich bringt. So auch in Venedig, wo am vergangenen Woche eine Männerdomäne fiel, die knapp 900 Jahre lang Bestand hatte.

Urlauber, die demnächst in den Hotels von Venedig im Rahmen einer Städtereise absteigen, wird sich auf den Kanälen Venedigs ein (noch) ungewohntes Bild bieten, denn in der Lagunenstadt Venedig ist eine der letzten Männerdomänen in Italien gekippt worden: Giorgia Boscolo (24) hat ihre abschließende Prüfung bestanden und darf sich nun nach neun Jahrhunderten Männerdomäne die erste Gondelfahrerin von Venedig nennen und Touristen mit der Gondel durch die Kanäle von Venedig schippern. Ein kleiner Wermutstropfen: Um sich eine eigene Gondel zulegen können, braucht die junge Gondoliera und Mutter von zwei Kinder noch eine Lizenz. Bis dahin kann sie aber jederzeit für ihre männlichen Kollegen einspringen. Vor Jahresfrist bestand Giorgia Boscolo als bislang einzige Frau die schwierige Fahrprüfung der Gondelfahrer von Venedig. Im Anschluss daran musste sie 12 Monate lang als „Co-Gondoliera“ bei ihren männlichen Kollegen sozusagen ein „Probejahr“ absolvieren.

Auch wenn die männliche Vorherrschaft unter den Gondoliere Venedigs damit Geschichte ist, sind ihre Kollegen stolz auf die junge Gondoliera, allen voran Aldo Rosso, bis vor kurzer Zeit als Präsident des Gondel-Verbands von Venedig tätig. Er bezeichnete die Ernennung der ersten offiziellen Gondoliera als „einen Meilenstein in der Geschichte der Gondelfahrt in Venedig”.

Christian Bathen

Datum: 16.08.2010

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