Sant'ambrogio Di Valpolicella: Geschichte, Wege und Natur
Unterkünfte in Sant'ambrogio Di Valpolicella
Historisches Erbe rund um die Pieve
Sant'ambrogio Di Valpolicella eignet sich für Reisende, die historische Zeugnisse, kleinere Wege und geschützte Landschaften miteinander verbinden möchten. Ein zentraler kultureller Bezugspunkt ist die Pieve di San Giorgio di Valpolicella. Sie wurde wahrscheinlich im 7. Jahrhundert gegründet und im 12. Jahrhundert in romanischen Formen neu ausgerichtet und erweitert. Neben der Pieve steht ein Kreuzgang aus dem 12. Jahrhundert. In der Kirche befindet sich außerdem ein antikes Ziborium, das im 6. Jahrhundert n. Chr. von Maestro Orso und seinen Schülern geschaffen wurde.
Zur Pieve gehört das Antiquarium Museo Archeologico della Pieve di San Giorgio di Valpolicella, das 1992 eingerichtet wurde. Die Sammlung umfasst protohistorische, römische und frühmittelalterliche archäologische Funde. Zu den besonderen Objekten gehören vor Ort gefundene jurassische Ammoniten sowie zehn beschriftete römische Grabstelen. Damit lässt sich der Besuch der Pieve nicht nur über ihre Baugeschichte, sondern auch über die verschiedenen Epochen der lokalen Fundstücke erschließen.
Ein weiteres historisches Ensemble ist die Villa Nichesola-Conforti. Fabio und Cesare Nichesola errichteten sie Ende des 16. Jahrhunderts als Wohnresidenz mit Antiquarium. Zur Anlage gehören eine Museumsloggia, ein botanisch-lapidarer Garten, eine Grotten-Nymphäe und Räume mit mythologischen Fresken von Paolo Farinati. Die Villa ist nach Reservierung im Rahmen einer Führung zu besichtigen; diese konkrete Besuchsform sollten Sie bei Ihrer Planung berücksichtigen.
Landschaft zwischen Schutzgebiet und Marmortradition
Die Oasi Ponton bringt einen deutlich anderen Aspekt in die Ortswahl ein. Das 71 Hektar große Schutzgebiet für Wildtiere umfasst auch Gebiet von Sant’Ambrogio di Valpolicella. Bewahrt werden dort Ufervegetation, ebene Wiesen, natürliche Strände und Schilfbestände. Der Uferbereich gehört zur europarechtlich geschützten Besonderen Erhaltungszone ZSC beziehungsweise zum nun als ZSC geführten Gebiet IT3210043 „Fiume Adige tra Belluno Veronese e Verona Ovest“ nach der Habitat-Richtlinie.
Auch die Marmorverarbeitung gehört zum erkennbaren Charakter der Gemeinde. Ihre Tradition zeigt sich unter anderem in den antiken Steinbrüchen am Colle della Grola und in der Ortschaft Coali in San Giorgio. Historische Bauwerke und die Landschaft lassen sich dadurch als unterschiedliche, aber nebeneinander dokumentierte Themen des Ortes betrachten.
Wege, Kirchen und befestigte Geschichte
Für einen kurzen, thematisch klar umrissenen Weg bietet sich der Quattro-Fontane-Weg an. Er ist 2,5 Kilometer lang und verbindet vier restaurierte Steinbrunnen. Die Strecke führt durch den Ort, auf den Hügel von Monteleone sowie durch Weinberge und Kirschgärten. Die Brunnen wurden in Zusammenarbeit mit der Scuola del Marmo und der Gemeinde restauriert.
Der CAI-Weg della Salute, auch Vajo del Ragnin genannt, verbindet Gargagnago mit San Giorgio di Valpolicella. Zu den Naturwegen im Gemeindegebiet gehören außerdem Routen, die an Quellen, Teichen und Bächen vorbeiführen und durch üppige Vegetation verlaufen. Als weitere historische Ziele stehen die Chiesetta di San Zeno in Poia und das Forte Mollinary zur Verfügung: Die Chiesetta ist eine romanische Kirche aus rosafarbenem Kalkstein mit mittelalterlichen Fresken von San Zeno und San Giorgio. Das Forte Mollinary wurde unter habsburgischer Herrschaft zwischen 1849 und 1852 aus Stein aus den nahe gelegenen Steinbrüchen von Sant’Ambrogio errichtet.
Domegliara und lokale Weinkultur
Domegliara verfügt über einen Bahnhof an der Strecke Verona–Brenner. Benedetti Corte Antica verwendet für seine Weine ausschließlich Trauben aus eigener Produktion.
Weitere Ortsseiten zur eigenen Orientierung: Zevio, Malcesine, Dolcé, Cazzano di Tramigna, Volargne, Sanguinetto, Angiari und Sona.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Verona.