Sant'angelo Di Piove Di Sacco
Unterkünfte in Sant'angelo Di Piove Di Sacco
Ländliche Geschichte und besondere Sammlungen
Sant'Angelo di Piove di Sacco verbindet eine historisch geprägte ländliche Landschaft mit ungewöhnlichen kulturellen Zeugnissen. Im Gemeindegebiet bewahrt der Ort weiterhin Spuren dieser charakteristischen Umgebung. Dazu gehören die strohgedeckten Casoni, in denen früher Tagelöhner und Bauern lebten. Ihre Zahl veränderte sich im 20. Jahrhundert deutlich: In den 1940er-Jahren gab es 80 Casoni, in den 1950er-Jahren 43, im Jahr 1959 noch 34 und 1962 schließlich 13.
Die Casoni waren nicht nur einfache Gebäude, sondern nach ihrer Größe gegliederte Wohn- und Arbeitsräume. Ein zentraler Raum diente zum Kochen und als Wohnraum der Familie; weitere Räume wurden als Schlaf- und Vorratsräume genutzt. Wer sich für die Entwicklung dieser ländlichen Bau- und Lebensform interessiert, findet darin einen konkreten Zugang zur Geschichte des Gemeindegebiets. Die frühere Landschaft umfasste außerdem Wälder und Sumpfgebiete.
Wasserbau, Handwerk und venezianische Architektur
Auch die Geschichte der Landschaft ist mit der Regulierung des Wassers verbunden. Die Langobarden leiteten stehende Gewässer durch umfangreiche Entwässerungsarbeiten in den Canalizzo. Dieser antike Kanal verlief von Lettoli über Ardoneghe, Brugine und Arzerini zu einem der beiden Arme des Medoacus, der Brenta. Der dokumentierte Verlauf macht sichtbar, wie eng die Entwicklung des Gebiets mit Wasserläufen und Entwässerung verbunden war.
Eine weitere lokale Besonderheit ist die historische Tradition des Stuhlbaus. Die als „caregheta“ bezeichneten Stuhlmacher aus Sant'Angelo di Piove di Sacco fuhren mit dem Fahrrad von Ort zu Ort. Diese Tradition wird heute auf industrieller Ebene in modernen Stuhlfabriken fortgeführt. Zur Baugeschichte gehören außerdem Casa Caprari Maritan mit der typischen Struktur eines venezianischen Hauses und Casa Maritan, ein herrschaftliches Wohnhaus aus dem 17. Jahrhundert.
Museum und sakrale Bauwerke
Das Museo Storico del Bottone „Sandro Partesotti e Leda Siliprandi“ setzt einen eigenständigen kulturellen Akzent. Es zeigt mehrere Tausend nicht serienmäßig gefertigte antike Knöpfe aus dem Mittelalter bis in die 1960er-Jahre. Die Sammlung umfasst Knöpfe aus aller Welt und enthält darunter einen umfangreichen Bestand an Knöpfen aus Murano-Glas.
Mehrere Kirchen ergänzen das Bild des Ortes und seiner Ortsteile. Die Kirche San Michele Arcangelo bewahrt mehrere Kunstwerke, darunter ein Gemälde des heiligen Michael von G.B. Canal. In Vigorovea besitzt die Kirche San Giacomo einen Hochaltar aus dem 18. Jahrhundert aus weißem Carrara-Marmor, der von Alvise Tagliapietra geschaffen wurde. Die Kirche Madonna della Salute in Celeseo wurde zwischen 1942 und 1947 als einschiffige Kirche im romanischen Stil errichtet.
Zu den weiteren historischen Zeugnissen zählen die Überreste von Casa Gasparoni. Sie gehören zu einem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, das gemäß dem Gesetz Nr. 1089/1939 unter Schutz gestellt wurde. Damit stehen in Sant'Angelo di Piove di Sacco ländliche Wohnformen, Handwerk, sakrale Kunst und einzelne geschützte Bauzeugnisse nebeneinander.
Orientierung im Gemeindegebiet
Für die straßenbezogene Orientierung ist die Kreuzung SS516/Via Piovese/Via Padana mit Via Caron und Via Anello ein dokumentierter Bezugspunkt. Zur weiteren Erkundung können Sie außerdem Granze, San Giorgio In Bosco, San Martino Di Lupari, Montegrotto Terme, Ghetto, Legnaro, Feriole und Baone ansehen.
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